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DRI/HDR/HDRI Tutorial: Wie entsteht ein Bild Teil 1

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Beispiel einer Nachtaufnahme

Jeder, der einmal versucht hat, eine Nachtszene zu fotografieren, kennt dass: Sobald viele dunkle und helle Bereiche im Motiv enthalten sind, gibt es Probleme mit der korrekten Belichtung des Bildes. Entweder sind die Lichtbereiche viel zu hell, oder aber die dunklen Bereiche des Bildes sind so dunkel, dass Details der Aufnahme sprichwörtlich verschwinden.

Mit Hilfe einer sogenannten Belichtungsreihe können wir unterschiedliche Belichtungen zu einem Bild zusammenfassen, dessen Dynamikumfang, auch DRI, HDRI oder HDR genannt, wesentlich höher ist, als das es die Kamera selbst kann. In dieser Anleitung möchte ich Dir zeigen, wie das ganze Step für Step ablüft.

Natürlich benötigt man nicht nur eine Kamera, sondern auch einiges an Zubehör:

  • gutes Stativ
  • Fernauslöser
  • Stoppuhr
  • evtl. einen Taschenrechner
  • Taschenlampe
  • PC mit Grafikbearbeitungsprogramm (hier Photoshop)
  • RAW Entwicklungsprogramm (hier RAW Shooter)

Was ist im Vorfeld zu tun?

Vorbereitung

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Industrieanlage

Industrieanlage

Da nachts alles viel dunkler ist, benötigt die Kamera deutlich mehr Zeit, um ein Bild zu belichten. Je nach Dunkelheit und Wettersituation betragen die normalen Belichtungszeiten zwischen 30 Sekunden und mehreren Minuten.

Da die Kamera in dieser Zeit den Spiegel komplett halten muss, verbraucht diese in der Zeit sehr viel Akkuleistung. Ein voller Akku ist also auf jeden Fall Pflicht, sonst kann der Ausflug ganz schnell zu Ende sein.

Hier empfiehlt es sich, einen Ersatzakku mit einzupacken. Auch ein Batteriegriff kann hier sinnvoll sein.

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Großkraftwerk Mannheim

Der Sensor der Kamera sollte absolut staubfrei sein. Da wir hier mit relativ weit geschlossenen Blenden arbeiten, ist nachher auf der Ausbelichtung jedes Staubkörnchen zu sehen, was natürlich aufwendig am Computer entfernt werden muss.

Auch sind am besten vor Beginn der ersten Aufnahmen die Kameraeinstellungen zu prüfen. Sofern man nicht eine Testbelichtung mit hoher ISO Zahl macht, sollte die ISO Einstellung gleich auf 100 eingestellt werden.

Das Dateiformat sollte unbedingt von JPG auf RAW umgestellt werden. Zum Teil müssen Farbtemperatur sowie die verschiedenen Kontraste deutlich angepasst werden. Ausserdem lässt uns das RAW noch einigen Spielraum offen, um Belichtungskorrekturen durchzuführen.M

Erstes Bild…

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Industrieanlage bei Nacht

Nachdem ich mich in Google Earth kundig gemacht habe, indem interessante Motive gerade in Hafen- oder Industriebereichen zu finden sind, beschäftige ich mich auch schon mit dem aufbau der Kamera.

Ich versuche zu beschreiben wie das bei mir abläuft:

Kamera an das Stativ anbringen und Fernauslöser einstecken, Taschenlampe und Taschenrechner in der Jackentasche. Ein passender Platz möchte an der Location gefunden werden. Nach Möglichkeit ohne Verkehr, parkende Autos, Bäume, Baustellen oder Zäune im Vordergrund. Ist dieser Platz gefunden, klappe ich mein Manfrotto auseinander, die Teleskopbeine nur so viel ausfahren wir benötigt wird. Das ganze wird auf Stabilität geprüft. Kamera an und nochmal alle Einstellungen prüfen und rauf mit den ISO auf 1600. Programm wird manuell eingestellt. Die Blende kommt auf 13, Objektiv auf manuell, die Schärfe von Hand auf einen Lichtpunkt am Motiv festgemacht. Jetzt nicht mehr am Zoomring drehen!

Durch den Sucher der Kamera geschaut und ganz normal auslösen. Die Belichtungszeit wähle ich so, dass das Bild leicht überbelichtet wird, ca. um +1. Bevor ich auslöse merke ich mir, wie lange die Belichtungszeit beträgt. Nehmen wir an, die Kamera benötigt bei F13 mit ISO 1600 7 Sekunden. Im Display überprüfe ich das geschossene Bild. Lichter typisch viel zu Hell, wenig schwarze Bereiche…

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Schloß bei Nacht und Nebel

Nun kommt die Kopfarbeit, die Dank des Taschenrechners bestens zu lösen ist. Wenn ich gleich die Kamera auf ISO 100 stelle um ein Optimum an Bildqualität zu erhalten, muss ich die Belichtungszeit mal 16 rechnen. Bei ISO 1600 sind es 7 Sekunden, bei ISO 100 dann 112 Sekunden. Alles was über 30 sekunden geht, lasse ich von der Kamera nochmals optimieren. In den Individualfunktionen (Canon) gibt es eine Einstellung namens “Rauschverminderung bei Langzeitbelichtung”. Das hat zwar zur Folge dass das Bild anstatt 112 Sekunden plötzlich doppelt solange dauert, aber das geht in Ordnung.

In den Individualfunktionen (Canon) stelle ich die Spiegelvorauslösung an.
Nun kommt das erste Bild. Ich nutze den Fernauslöser um den Spiegel hochzuklappen, hole meine Stoppuhr, starte die Messung und lasse mit dem Fernauslöser den Verschluss öffnen. Dank einer Feststelltaste am Auslöser, brauche ich ihn nicht in der Hand zu halten und den Knopf zu drücken. Sind die 112 Sekunden ungefähr vorbei, löse ich den Fixierknopf am Fernauslöser. Die Kamera belichtet nun ein weiteres Bild mit verschlossenem Sensor. Es entsteht nun ein schwarzes, gleich langes belichtetes Bild. Sind auch diese 112 Sekunden vorbei, überprüft die Kamera im 2. Bild, ob Hotpixel vorhanden sind. Diese werden dann aus der 1. Belichtung herausgefiltert.

Ziel ist es nun, die Belichtungszeit zu reduzieren, um bei 5 oder 6 Bilder beim letzten Bild auf 1 Sekunde zu kommen. Die Zeiten könnten wie folgt aussehen (jeweils in Sekunden):

  1. Bild: 112 Sekunden
  2. Bild: 85 Sekunden
  3. Bild: 50 Sekunden
  4. Bild: 25 Sekunden
  5. Bild: 10 Sekunden
  6. Bild: 1 Sekunde

Während die Aufnahmen gemacht werden, versuche ich die Kamera nicht zu bewegen. Lediglich leicht am Rad wird gedreht, um die Zeit einzustellen. Sind alle Bilder im Kasten, liegt uns solch eine Belichtungsreihe vor:

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Bild 1

Bild 1

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Bild 2

Bild 2

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Bild 3

Bild 3

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Bild 4

Bild 4

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Bild 5

Bild 5

Erster Handgriff am Computer - Anpassungen in RAW-Shooter

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RAW Shooter

Nachdem die Bilder auf dem Computer sind, lade ich das erste und hellste Bild in RAW-Shooter. Für mein persönliches Empfinden ist das erste Bild etwas arg flau und zu dunkel. Der erste Schritt besteht nun darin, das Bild heller zu belichten, sowie den Kontrast anzupassen. Oft ist es auch von nöten, die Farbtemperatur zu korrigieren.

Wie auf dem Bild links zu sehen ist, habe ich als erstes die Farbtemperatur ein wenig nach unten korrigiert. Mittels Exposure Compensation habe ich die Belichtung um fast 1.0, also fast eine ganze Blende nach oben korrigiert. Shadow Contrast wurde ebenfalls erhöht, das gibt dem Bild einen satteren Eindruck. Zu guter letzt wird das Histogram angepasst. Allerdings ist bei diesen Aufnahme das Histogramm nicht so sehr von Bedeutung. Die Einstellung mache ich hier nach Gefühl und persönlichem Empfinden.

Kopieren der Einstellungen, Entwickeln aller Bilder

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Einstellung 1

Nachdem mir nun das erste Bild gut gefällt, kümmere ich mich darum, dass die restlichen Bilder ebenfalls mit den Einstellungen angepasst werden.

Um die Einstellungen auf die anderen Bilder kopieren zu können, drücke ich [STRG]+C, was soviel bedeutet wie “kopieren”.

Im Popup Fenster dass nun erscheint [Bild Einstellung 1], setze ich den Haken “Select all Image Corrections” und bestätige mit OK.

Im oberen Programmteil [Bild Programm 1] markiere ich die restlichen verbleibenden 4 Bilder.

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Programm 1

Mit der Tastenkombination [STRG]+V, was so viel wie “einfügen” bedeutet, kopiere ich die Einstellungen des ersten Bildes über die eben 4 ausgewählten. So werden Farbtemperatur, Kontrast und Histogramm übernommen.

Ergebniss:

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Bild 1

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Bild 2

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Bild 3

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Bild 4

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Bild 5

Lies hier den 2. Teil des HDR Tutorials

Kategorien: Fotografie, Nachtaufnahmen, Sonstiges

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Autor: Manfred am 9. September 2008 um 14:21


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